Ein stimmungsvolles Spiel, jede Menge Tore und am Ende leider keine Punkte für unsere Hornets. Mit 36:40 mussten sich unsere Männer 1 beim ATSV/TVA Saarbrücken geschlagen geben.

Bereits das Endergebnis lässt erahnen, wo an diesem Abend auf beiden Seiten nicht unbedingt der Schwerpunkt lag: in der Abwehrarbeit. Während die Gastgeber defensiv ebenfalls alles andere als unüberwindbar waren, präsentierte sich unsere Deckung leider noch einen Tick wackliger.

Dabei erwischten die Hornets zunächst den besseren Start. Beim 10:7 lagen wir mit drei Treffern in Führung. Zu diesem Zeitpunkt wäre durchaus ein noch deutlicherer Vorsprung möglich, wenn nicht sogar nötig gewesen.

Im Angriff fanden wir unsere Möglichkeiten und kamen regelmäßig zum Torerfolg.
Das größere Problem lag auf der anderen Seite des Feldes.
Während Saarbrücken eine robuste 6:0 Deckung stellte, war unser eigenes Abwehrzentrum bisweilen regelrecht verwaist. Auf einen eigenen Treffer folgte viel zu häufig und vor allem viel zu schnell die erfolgreiche Antwort der Gastgeber. Wirklich Zugriff auf das Saarbrücker Angriffsspiel bekamen wir nicht.

Besonders ärgerlich: Vieles von dem, was uns Saarbrücken präsentierte, kam keineswegs überraschend. Die zu erwartenden Aktionen waren unter der Woche analysiert und entsprechende Lösungen besprochen worden. Auf dem Spielfeld wollten diese Erkenntnisse jedoch nicht so recht in den Köpfen ankommen. Die Vorgaben wurden zu selten umgesetzt und Saarbrücken konnte genau mit den Mitteln zum Erfolg kommen, auf die wir eigentlich vorbereitet waren.

Gegen Ende der ersten Hälfte nutzten die Gastgeber unsere fehlende Konsequenz und konnten sich erstmals etwas deutlicher absetzen. Diesen Vorsprung verteidigte Saarbrücken anschließend nahezu bis zum Ende der Partie.

Ganz abschreiben ließen sich die Hornets allerdings nie. Immer wieder gab es Phasen, in denen wir uns sowohl defensiv als auch offensiv zurück in die Begegnung kämpften. Ein oder zweimal gelang es uns, den Rückstand wieder auf zwei Treffer zu verkürzen. Doch genau dann, als das Momentum hätte kippen können, brachten uns unglückliche Wurfentscheidungen erneut um den verdienten Lohn.

Hinzu kamen einige Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, die aus unserer Sicht unglücklich gegen uns liefen. Es waren weniger die eindeutigen Situationen als vielmehr die berühmten Kann Entscheidungen oder 50:50 Entscheidungen, die an diesem Abend gefühlt nahezu ausschließlich zugunsten der Gastgeber ausfielen. Den entscheidenden Grund für die Niederlage müssen wir dennoch bei uns selbst suchen. Möglichkeiten, das Spiel in eine andere Richtung zu lenken, waren vorhanden.

Auch unsere Torhüter erwischten einen schweren Abend und fanden nicht den Zugriff, den sie in den vergangenen Spielen immer wieder gezeigt hatten. Auf der Gegenseite konnte sich der Saarbrücker Schlussmann dagegen mehrfach entscheidend auszeichnen, wobei wir ihm mit unseren Wurfbildern durchaus entgegenkamen. Alles, was halbhoch oder tief auf sein Tor kam, wurde nahezu zur sicheren Beute. Wenn wir dagegen konsequent hoch abschlossen, waren wir deutlich erfolgreicher. Auch hier fehlte es uns an der nötigen Anpassung während des Spiels.

So stehen am Ende 36 eigene Treffer, die auswärts eigentlich eine gute Grundlage sein sollten, aber eben auch 40 Gegentore, mit denen es schwer wird, ein Spiel zu gewinnen.

Die Partie lässt sich vielleicht am besten mit einem Bild zusammenfassen:
Der Motor der Hornets hat definitiv die nötigen PS für diese Liga. Aber noch stottert er zu häufig. Jetzt wird es Zeit, das richtige Öl für die Maschine zu finden, damit die Leistung endlich konstant auf die Straße kommt.

Denn dass der Motor laufen kann, haben die Hornets auch in Saarbrücken phasenweise gezeigt. Jetzt müssen aus diesen Phasen endlich 60 Minuten werden.